Jürgen Schadeberg
Chronist Südafrikas
11 03 14
29 06 14

Der aus Berlin stammende Jürgen Schadeberg (geboren 1931) gehört einer Generation von Fotografen an, die nach dem Krieg das politische und kulturelle Zeitgeschehen mit wachem Auge zu dokumentieren begannen. Glücklich, den deutschen Faschismus überlebt zu haben, immigrierte er 1950 nach Südafrika — ein Land, das unter dem Burenregime das System einer strikten Rassentrennung perfektionierte.
Neben den Serien «Voices from the Land» (2004/05) und «Tales from Jozi» (2007), die in Auswahl gezeigt werden, wurden für die Ausstellung zahlreiche weitere Arbeiten ausgesucht, die in der Zusammenschau eine Chronologie zur politischen und kulturellen Geschichte Südafrikas bilden. So treten nicht nur die Apartheid und deren Überwindung in den Blick, vielmehr wird auch ein Bild der lebendigen Jazzszene gezeichnet, die sich in den 50er-Jahren entwickelte. Schadeberg porträtiert Künstlergrößen wie die «Queen of Blues» Dolly Rathebe, Kippie Moeketsi und Hugh Masekela, gibt aber auch die Atmosphäre und Lebensfreude der «dance halls» und Clubs dieser Zeit wider.