Heide Stolz
Affären
25 04 20
12 07 20

Im Rahmen der 11. Darmstädter Tage der Fotografie (24.04.-03.05.20) mit dem Leitthema ‹Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie› zeigt die Kunsthalle Darmstadt zwei Ausstellungen, die den Menschen auf je ganz eigene Weise in den Mittelpunkt stellen.

In den 1960er-Jahren schuf Heide Uta Stolz (1939-1985) im Umkreis der Münchner Avantgarde und der Galerie Heiner Friedrichs ein wegweisendes fotografisches Werk, das – wie bei vielen Künstlerinnen ihrer Generation – erst seit wenigen Jahren (wieder)entdeckt wird. Die 11. Darmstädter Tage der Fotografie und die Kunsthalle Darmstadt zeigen in der von Stefan-Maria Mittendorf kuratierten Ausstellung ‹Heide Stolz. Affären› eine Auswahl von 70 ihrer Aufnahmen, darunter auch Arbeiten, die erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ihre Fotografien der sechziger Jahre, die Heide Stolz mit einer zweiäugigen Rolleiflex-Kamera schoss, widmen sich vor allem dem Menschen, seinen gesellschaftlich-normierten Rollen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Inszenierung ihrer Motive ist dabei Mittel und Konstante in Heide Stolz’ fotografischem Werk, das gesellschafts- wie medienkritische Akzente setzt. Ihre Auseinandersetzung mit der Bildproduktion der 50er- und 60er-Jahre ist so ambivalent wie politisch. Ähnlich den späteren penibel durchkomponierten Fotografien William Egglestons, Jeff Walls und Cindy Shermans nimmt Heide Stolz dem fotografischen Bild seine vermeintliche Unschuld und Techniken der postmodernen Dekonstruktion der Fotografie vorweg.

Das Werk von Heide Stolz fand früh, aber nur vorübergehende Anerkennung insbesondere 1965 durch eine Ausstellung in der Münchner Galerie Heiner Friedrichs, die damals noch völlig unbekannte Künstler wie Dan Flavin, Blinky Palermo oder Gerhard Richter unter Vertrag hatte. Mit der Ausstellung ‹Heide Stolz. Affären› leistet die Kunsthalle Darmstadt einen Beitrag zur Erschließung dieses eindrucksvollen Werks, das noch heute berührt und mit seiner Modernität und aufklärerischen Wucht nichts an Aktualität eingebüßt hat.

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