Helmpflicht
Ausstellung im Rahmen von «Den Bogen spannen - 100 Jahre Darmstädter Sezession»
16 08 19
15 09 19

In der letzten Phase der seit 2014 laufenden General-sanierung der Kunsthalle Darmstadt wird ihr Vorplatz vorübergehend zu einer Baustelle, aus der etwas Neues erwächst. Lässt sich die sinnliche Qualität einer Baustelle auf eine Ausstellung übertragen? Baustellen markieren das Ende eines Zustands und den Beginn eines anderen. Sie erfordern vorausschauendes Planen wie Improvisation, geduldiges Festhalten wie Abschied vom Gewohnten. Sie sind verstetigte Momente des Übergangs und bilden eine buchstäblich ohrenbetäubende Ausnahmeerfahrung. Aber auch abseits vom Lärm, den sie produzieren, entwickeln Baustellen mit ihren fremd-artigen Materialien und Bewegungsabläufen eine eigene Sinnlichkeit. Ob verflucht oder bestaunt, in jedem Fall sorgt ihre monströse Ästhetik dafür, dass jede Baustelle ein Publikum hat. Sie wirkt unweigerlich auf ihr Umfeld ein, von dem sie eigentlich abgeschirmt werden soll. Verborgen hinter Bauzäunen und verhängten Gerüsten vollzieht sich ein Schauspiel von imposanter Präzision.

In der Ausstellung «Helmpflicht» gerät das Wesen der Baustelle in den Blick der Kunst. Gezeigt werden Werke, die Momente von Flüchtigkeit und Übergang einfangen oder sie selbst erzeugen. Dabei geht es mitunter auch um Gefahren, Umschichtungen und ihr potenzielles Scheitern.

Gemeinsam mit der Kunsthalle Darmstadt präsentiert die Darmstädter Sezession im Rahmen des Festivals «Den Bogen spannen – 100 Jahre Darmstädter Sezession» ein experimentelles Format, das für einen Monat die besondere Situation der Vorplatzsanierung nutzt und thematisiert.