Vorschau:
Klaus Mosettig
Handwriting
09 09 18
07 10 18

Erstmals zeigt die Kunsthalle Darmstadt im großen Saal die neueste Serie «Handwriting (Leros)» von Klaus Mosettig (* 1975). Der Österreicher ist für das Zeichnen verschiedener Motive wie Kuhfladen oder Malereien von Jackson Pollock und Josef Albers in der immer gleichen Schraffurtechnik bekannt. Bestehend aus fünf nahezu identischen großformatigen Zeichnungen, zeigt die Serie die Oberfläche eines Tisches, der in einem griechischen Auffanglager für Geflüchtete stand. Ankommenden nahm man hier die Fingerabdrücke ab. Ein Objekt, das so eng mit dem Schicksal derart vieler Menschen verknüpft ist, als rein ästhetische kunstgleich Vorlage zu verwenden, verbildlicht die Anonymisierung der Betroffenen förmlich. Gleichzeitig handelt es sich dabei um ein Utensil, das dem Festhalten der individuellen Merkmale von Menschen gedient hat. Die markanten Gebrauchsspuren auf dem Tisch rufen Erinnerungen an abstrakte Malerei – und damit eine mitunter politisch engagierte oder instrumentalisierte Kunst – auf. Mit «Handwriting (Leros)» greift Klaus Mosettig akute gesellschaftspolitische Fragen auf und bindet sie in den ästhetischen Diskurs ein.

Beschränkte Öffnungszeiten:
Do-So, Feiertags 11-17 Uhr

Sondereintrittspreis:
3 €, 1,50 € ermäßigt